Der Sinn einer Reise

Der Sinn einer Reise ist vordergründig meist ein fremdes Land, fremde Menschen und Kulturen kennen zu lernen. Reisen bildet, das ist unbestreitbar. Alles, was man selbst gesehen, erlebt und angefasst hat, bleibt besser im Gedächtnis haften als Dinge, die man sich nur gelesen oder theoretisch studiert hat.

Außer dem zu bereisenden Land, lernt man auch sich selbst besser kennen. Man erfährt von sich selbst, wie man auf Andersartigkeit und Fremdes reagiert. Ist man offen für eine andere Kultur? Wie reagiert man auf vielleicht eigenartige Verhaltensweisen der Bewohner eines Reiseziels? Probiert man ungewöhnliche Speisen oder will man sich nicht den Magen verderben? Wächst man über sich hinaus und unternimmt Dinge, die man zu Hause nie tun würde? All diese (und noch viel mehr) Fragen werden an einem fremden Ort zu beantworten sein und werden auch darüber entscheiden, ob man sich wohlfühlt oder so schnell als möglich wieder nach Hause will.

Ein Reiseunerfahrener unternimmt vielleicht zuerst eine Pauschalreise, um möglichst alle Risiken abzusichern und ein fremdes Land im Schutz eines Reiseleiters kennen zu lernen. Bei der nächsten Reise verzichtet er darauf vielleicht schon und wird mutiger, weil er gelernt hat, dass fremde Orte und deren Kultur (meist) keine Bedrohung sind, sondern Abenteuer die entdeckt werden wollen. Der Reisende wird dann lernen, dass dies meist die bessere Variante ist, um ein Land, seine Bewohner und die Kultur kennen zu lernen.

Man kann das Reisen lernen und wenn einen erst einmal das Reisefieber gepackt hat, gibt es für die Erweiterung des eigenen Horizontes meist keine Grenzen mehr.

Richtig reisen bedeutet auch, dass die Erfahrungen einer Reise immer auch in den persönlichen Alltag einfließen sollten: Wer gesehen hat, wie arm die Menschen in einigen Regionen der Welt an materiellen Dingen auf der einen und wie reich sie auf der anderen Seite an emotionalem Besitz sind, kann vielleicht gelassener durch sein Leben und unsere in vielen Bereichen materiell geprägte Welt gehen. Wer erlebt hat, wie tapfer Menschen ihr gefährliches Leben bewältigen, kann vielleicht auch selbst in seinem Alltag mutiger sein.